September 2017: Kfz-Handwerk Edmund Boudier GmbH

Ausgangslage:

Die Edmund Boudier GmbH ist ein 1946 gegründeter Kraftfahrzeug- und Elektrotechnikbetrieb mit mittlerweile über 22 Mitarbeitern. Als Bosch Service Werkstatt bietet das Unternehmen primär Kfz-Dienstleistungen aller Art, inkl. Beratung, Reparatur und Wartung für alle Automarken. Darüber hinaus werden Pumpen und Elektromaschinen instand gesetzt, Motoren neu gewickelt sowie Hydraulikschläuche und Dosieranlagen für Chemikalien hergestellt. Dabei hat sich der Geschäftsbereich Pumpen in den vergangen 30 Jahren zum Hauptstandbein der Firma entwickelt, die bereits im Jahr 2001 nach ISO 9001 zertifiziert wurde. 

Maßnahmen:

Mit der ISO-Zertifizierung als Grundlage begann Herr Boudier sich intensiver mit dem Thema Energieeffizienz auseinander zu setzen, was schnell in die Umsetzung erster Effizienzmaßnahmen mündete; hierbei wurde er durch die Mitarbeiter des Saar-Lor-Lux Umweltzentrums (eins der zehn Umweltzentren des Handwerks in Deutschland) fachkompetent beraten und betreut. Den Fokus zunächst auf die Gebäudehülle legend, wurde schließlich in 2005 auf dem Bürogebäude eine zusätzliche Dachdämmung mit 150mm Trapez-Sandwichplatten angebracht. Es folgte eine Verbesserung der Außenwandisolierung mit 100mm Steinwolle in der Werkbankhalle (2007), die kurze Zeit später durch eine zusätzliche Dämmung der Innenwand unterstützt wurde. In der betriebseigenen Kfz-Halle konnte die Gebäudehülle durch eine Dämmung und den Wechsel von ein- auf zweifachverglaste Fenster sowie eine Front- und Torerneuerung deutlich verbessert werden.

Frühzeitig wurde bei der Firma Boudier auch bereits auf Eigenstromerzeugung gesetzt: In 2009 wurde eine 25 kWp-Photovoltaikanlage mit 115 Modulen auf der Kfz-Halle installiert, die in 2011 um eine  weitere Anlage (438 kleinere Module mit insgesamt 41 kWp) auf dem Nebengebäude ergänzt wurde – beide zusammen reduzieren die jährlichen Stromkosten des Betriebes in erheblichem Maß. Im gleichen Nebengebäude wurde auch die gasbetriebene Luftheizung gegen Dunkelstrahler ausgetauscht. Dieses System gibt über lange, dunkle Strahlrohre, Infrarotstrahlung ab und transportiert die abgegebene Energie nahezu verlustfrei direkt vom Strahler selbst bis zum zu erwärmenden Körper. Vorteile sind die angenehme Strahlungswärme, kurze Aufheizzeiten, gleichmäßige und komfortable Wärmeverteilung ohne große Verluste, die Vermeidung von Staubaufwirbelungen oder Zugluft und die Wirtschaftlichkeit. 

Eine der aufwändigsten Maßnahmen folgte in 2011 mit der Dämmung der Dächer von Werkbankhalle (300mm Steinwolle), Kfz-Werkstatt (200mm Steinwolle) und Dreherei (200mm Steinwolle). Aber auch kleinere, weniger kostenintensive Maßnahmen waren für die Firma wichtig – das Druckluftnetz wurde auf Leckagen überprüft, unterschiedlich temperierte Betriebsbereiche wurden durch einfache Maßnahmen getrennt („PVC-Streifenvorhang“), alte Umwälzpumpen hat man durch Hocheffizienzpumpen ersetzt und in verschiedenen Bereichen tauschte man Leuchtstoff- gegen LED-Röhren.

Mit zwei weiteren wichtigen Schritten bekräftigt Herr Boudier zuletzt in 2016 seine positive Haltung zum Klimaschutz: Der teilweise noch erforderliche Stromzukauf des Betriebs wurde komplett auf Ökostrom umgestellt; in Verbindung mit der betriebseigenen Photovoltaik-Anlage gestaltet sich die Stromversorgung damit heute nicht nur CO2-neutral, sondern bilanziell sogar CO2-negativ. Zusätzlich hat man zur weiteren Überwachung der Gesamtverbräuche im Betrieb das im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz von den Umweltzentren des Handwerks entwickelte Energiebuch als Controlling-Werkzeug eingeführt. Damit stehen Herrn Boudier zukünftig alle betrieblichen Energiedaten (Verbräuche, Rechnungen, Emissionen,…) gebündelt und übersichtlich zur Verfügung, und können jederzeit gezielt als Basis für weitere (Effizienz-) Maßnahmen genutzt werden.

Ergebnis:

Durch die verschiedenen Energieeffizienzmaßnahmen konnte der Heizölverbrauch durchschnittlich um ca. 50 % minimiert werden. Die installierte PV-Anlage generiert – auf das gesamte Jahr bezogen – mehr Strom als im Betrieb tatsächlich verbraucht wird; zusätzlich zur rechnerischen Stromautarkie kann Herr Boudier mit seiner PV-Lösung sogar einen finanziellen Gewinn erwirtschaften. Da es sich beim noch zugekauften Strom außerdem um Ökostrom handelt, ergibt sich insgesamt sogar eine negative CO2-Bilanz im Bereich Strom. In Sachen „Wärmeversorgung“ beträgt der Energiekostenanteil der Firma Boudier GmbH jetzt im Durchschnitt nur noch etwa 0,3 % des Jahresumsatzes.

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Kontakt

Servicestelle der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz.

Michel Durieux

durieux(at)zdh.de

Tel.: 030 20619267

Maßnahmen:

Installation von zwei Photovoltaik-Anlagen, Dunkelstrahler statt Luftheizung im Werkstattbereich, Teilweise Umrüstung der Beleuchtung auf LED

Branche:

Kfz-Handwerk

Firma:

Edmund Boudier GmbH
Am Kirchenbach 25a
66740 Saarlouis - Roden
www.e-boudier.de

Partner der Mittelstandsinitiative

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Deutsscher Industrie und Handelskammertag Zentralverband des deutschen Handwerks
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