Klimaschutz in Unternehmen? Und wie!

Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland bis 2020 im Vergleich zu 1990 um etwa 33 Prozent zurückgehen wird. Geplant waren 40 Prozent. Die derzeitigen Regierungspartner haben zu Recht anerkannt, dass erfolgreicher Klimaschutz nicht vom Erreichen eines Zwischenziels abhängt. Im Entwurf des neuen Koalitionsvertrags haben sie aber bekräftigt, das europarechtlich relevante Ziel von 55 Prozent Reduzierung bis 2030 erreichen zu wollen – dies alles richtigerweise unter Berücksichtigung von Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und unter Vermeidung von Strukturbrüchen. Der Blick auf bisherige Aktivitäten in Unternehmen zeigt: Es lohnt sich, auf partnerschaftliche Lösungen von Politik und Wirtschaft zu setzen und bestehende Initiativen der Wirtschaft zu stärken.

Qualifizierung als Erfolgsmodell …

Der Einsatz für Effizienz und Klimaschutz ist für Unternehmer meist kein Selbstzweck, sondern dient dem Erhalt der eigenen Wettbewerbsfähigkeit. Dabei setzen sie auf nachhaltige Lösungen wie die Sensibilisierung und Schulung von Mitarbeitern. So wurden bundesweit bisher mehr als 5.000 Auszubildende aus 1.500 Unternehmen zu Energie-Scouts qualifiziert. Diese Weiterbildung ist Teil der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz, die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) getragen wird. Mit der Qualifizierung kann ein Unternehmen nur gewinnen: Die Auszubildenden identifizieren und heben Effizienzpotenziale in Unternehmen und leisten damit einen wichtigen Beitrag für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz. Teilnehmende Unternehmen profitieren nicht nur von Einsparungen bei den Energiekosten, sondern steigern auch ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Als positiver Nebeneffekt werden die Eigenverantwortung und das Ressourcenbewusstsein der Azubis gestärkt. Ganz nebenbei nehmen sie ihr neues Wissen mit nach Hause und sparen dort weiter. Solch erfolgreiche Bildungsprodukte finden auch international Anerkennung.

… auch über Deutschland hinaus

Young Energy Europe, ein gemeinsames Projekt der europäischen Auslandshandelskammern und des DIHK im Rahmen der Europäischen Klimaschutzinitiative des BMUB, ermöglicht jungen Berufstätigen auch in Bulgarien, Griechenland, Tschechien und Ungarn eine Qualifizierung im Themenfeld Energie- und Ressourceneffizienz. Die künftigen Energie-Scouts lernen auch hier, Einsparpotenziale für Energie und Ressourcen in ihren Unternehmen zu erkennen und zu heben. Mit ihren Projekten bringen sie energieeffiziente Lösungen und klimaschonendes Verhalten auch in ihre Unternehmen.

Individuelle Lösungen führen zum Erfolg

Diese und viele weitere Beispiele sollten die künftige Regierung ermutigen, den eingeschlagenen Weg des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz fortzuführen: Informations-, Beratungs- und Finanzierungsangebote sollten weiterhin Unternehmen befähigen, Effizienzmaßnahmen umzusetzen und Energieeffizienz insgesamt als Geschäftsmodell zu entwickeln. Das IHK-Energiewendebarometer zeigt: Drei von vier Unternehmen in Deutschland haben bereits Energieeffizienzmaßnahmen abgeschlossen oder befinden sich in der Umsetzung bzw. Planung von Maßnahmen. Freiwilligkeit und betriebswirtschaftliche Ratio sind die Grundvoraussetzungen dafür, dass Energieeffizienz und Klimaschutz in der Praxis auch realisiert und gelebt werden. Denn nur mit passgenauen Lösungen lassen sich Energiesparen und Erfolg im Wettbewerb klug miteinander verbinden. (sh)

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