Von „Stromschnüfflern“ und „Klimaschutz-Guerilleros“

08.07.2015

Im Workshop für Mitarbeitermotivation und Klimaschutz diskutierten Experten aus Wissenschaft und Praxis zum Thema. Moderiert wurde der Workshop von Erik Pfeifer von der IHK zu Berlin.

Dr. Petra Schütt vom Institut für sozialwissenschaftliche Forschung stellte ihr Projekt zur Förderung von produktionsbezogener Nachhaltigkeitskompetenz im Betrieb vor, während Prof. Dr. Carsten Herbes von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen auf Mitarbeiterinitiativen für Klimaschutz am Arbeitsplatz einging und passende Instrumente für Unternehmen vorstellte. Philipp Andree vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag präsentierte die jüngste Publikation der Mittelstandsinitiative mit Best-Practices aus Maßnahmen der Mitarbeitermotivation für Klimaschutz und Energieeffizienz. Stefanie Kästle, Energie- und Umweltbeauftragte bei der Mader GmbH, stellte als Vertreterin eines Klimaschutz-Unternehmens ihr betriebliches Kommunikationsprogramm für Klimaschutz und Energieeffizienz vor.

In der anschließenden Diskussion waren sich die Experten darüber einig, dass Mitarbeitermotivation als hohe Schule bei Klimaschutz und Energieeffizienz nur in der Verzahnung von bottom-up- und top-down-Ansätzen funktionieren kann. Grundlage dafür sind das Know-how und der Gestaltungswille der Belegschaft. Monetäre Anreize sind nicht das maßgebliche Instrument zur Aktivierung des Mitarbeiterpotenzials. Wichtiger sind vielmehr Gestaltungsspielräume, Feedback und das aktive Einbeziehen in die Umsetzung von Maßnahmen. Prof. Carsten Herbes erläuterte in diesem Zusammenhang, dass viele Mitarbeiter von sich aus eine starke Identität mit dem Thema Klimaschutz und Energieeffizienz an den Tag legen und als „Klimaschutz-Guerilleros“ im Betrieb agieren. Bei der Firma Mader, so Stefanie Kästle, bekommen Azubis die Funktion von Energiespardetektiven übertragen und dürfen quasi als „Stromschnüffler“ im Betrieb agieren und Energieeffizienz-Sünden spielerisch aufdecken.

Für die Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen braucht es jedoch grundsätzlich das glaubwürdige Commitment der Geschäftsführung. Nachhaltige Strategien für Mitarbeitermotivation sollten so angelegt sein, dass sie in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess des Unternehmens einfließen und nicht nur über einmalige (Projekt-) Impulse initiiert werden. Last but not least dürfen Veränderungsprozesse im Betrieb auch ein „bisschen wehtun“, denn man verlässt die Komfortzone und motiviert die Belegschaft zur Übernahme von neuen energieeffizienten und klimaschonenden Verhaltensmustern. Konventionelle Verhaltensmuster dürfen dabei hinterfragt und verbessert werden.

Die Präsentationen der Workshop-Referenten finden Sie oben rechts zum freien Download. (Ad)

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